Urbarmachung von Wüstenboden auf SEKEM

SEKEM bedeutet übersetzt die „lebensspendende Kraft der Sonne“. Die Farm liegt mitten in der ägyptischen Wüste und sucht weltweit ihresgleichen. SEKEM produziert 60 Kilometer nordöstlich von Kairo seit über 30 Jahren Gemüse, Tee und Baumwolle nach den Standards des Demeter-Verbandes. Neben der biologisch-dynamischen Landwirtschaft liegt der Fokus auf der Einhaltung von fairem Handel und dem sozialen und kulturellen Wohlergehen der knapp 2000 Beschäftigten. Holle engagiert sich für Sekem, da wir davon überzeugt sind, dass Sekem sich mit den drängenden Fragen der Zeit mutig auseinandersetzt und einen innovativen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder leistet.

Hintergrundinfos zu SEKEM

Hier downloaden „Die begrünte Wüste“
aus "forum
Nachhaltig Wirtschaften" 2/2011 

 Hier downloaden „SEKEM Insight 
Nr. 11-Nov. 2011

Berichte aus dem Alltag der SEKEM Schule in Ägypten

Etwa eine Autostunde entfernt von Kairo, abseits des städtischen Treibens und der viel befahrenen Strassen, am Rande der Wüste, befindet sich die SEKEM Farm. Seit über 30 Jahren steht die SEKEM Initiative in Ägypten für die ganzheitliche Förderung von biologisch-dynamischer Landwirtschaft, für ganzheitliche Bildung und Erziehung sowie für die kulturelle und soziale Förderung.

Die Schule in SEKEM ist eine Privatschule und sieht sich als Alternative zum staatlichen Schulsystem in Ägypten welches 2013 vom World Economic Forum auf den letzten Platz von 148 Ländern gewählt wurde. Um eine bessere Schulbildung für ihre Kinder zu erhalten, investieren viele Familien aus der Mittel- und Oberschicht in zusätzliche private Schulstunden. Die armen Bauernfamilien, die sich das zusätzliche Schulgeld nicht leisten können, bleiben oft auf der Strecke. Die SEKEM Schule wird als soziale Einrichtung finanziell unterstützt, somit können auch Kinder aus nicht privilegierten Familien am Unterricht teilnehmen. Sie ist die einzige Schule mit waldorfpädagogischen Elementen in Ägypten. Die Schüler kommen aus allen sozialen Schichten und haben unterschiedliche Religionen. Der konventionelle Unterricht wird unter anderem durch Eurythmie, Theater, Tanz, Musik oder Handwerk ergänzt. Dadurch ist es möglich die soziale, kulturelle und schulische Entwicklung der Kinder umfassend zu fördern.

Wohnhaft in Schweigmatt, dem Heimatort der Jugendhilfeeinrichtung Michael-Gemeinschaft, berichtet Giulia Cavalli, eine in der Schweiz ausgebildete Eurythmielehrerin, von ihrer sechswöchigen Hospitanz an der SEKEM-Schule in Ägypten. Giulias soziales Engagement, ihre Leidenschaft und Begeisterung für die Bewegungs-Kunst hat Holle inspiriert, Giulias ehrenamtlichen Einsatz an der SEKEM-Schule zu unterstützen.

Schon seit Jahren engagiert sich Holle für SEKEM, da wir davon überzeugt sind, dass SEKEM sich mit den drängenden Fragen der Zeit mutig auseinandersetzt und einen innovativen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft der folgenden Generationen leistet.

Giulia berichtet von ihrem Alltag, ihren Erfahrungen und Erlebnissen an der SEKEM-Schule und gewährt uns einen Einblick in ihren Schulalltag und den der Kinder.

«In dem kleinen Eurythmie-Pavillon der Schule treffe ich die Pianistin, die vier Mal in der Woche aus Kairo kommt und die Stunden musikalisch begleitet. Heute werde ich bei einigen Unterrichtseinheiten einfach zuschauen: Ich setze mich neben das Klavier und freue mich auf die arabische Eurythmie. Immer wieder gucken mich die Kinder neugierig und interessiert an. Ich lerne die 6.Klässler kennen, die ich bald unterrichten werde.» (Giulia Cavalli)

Viele junge Lehrkräfte sind an der Schule in SEKEM tätig. Sie sind alle staatlich qualifiziert und es ist ihnen ein sehr grosses Anliegen gerade an dieser Schule zu arbeiten. Sie schätzen den besonderen pädagogischen Ansatz SEKEMS sehr. Da stört auch der lange Anfahrtsweg zur Schule, den viele von Ihnen täglich zurücklegen, nicht.

(Giulia Cavalli 2. von rechts)

Kinder mit einer Behinderung erhalten in der SEKEM-Schule eine spezielle Betreuung.
Die Heilpädagogische Einrichtung „Special needs“, hat auf dem Schulgelände ein eigenes Gebäude und ermöglicht 36 Kindern die Teilnahme am Unterricht.

«Mrs. Noura, die Klassenlehrerin der ersten Klasse, sass heute Nachmittag mit uns im Hof. Sie erzählte mir, dass sie zurzeit den Kindern das Stricken beibringe. Dies soll ihre Konzentrationsfähigkeit und Feinmotorik fördern. Mrs. Noura hat Psychologie studiert. Sie hat eine feinfühlige und gleichzeitig strenge Art mit den Schülern umzugehen. Ebenso jung und qualifiziert (von Sozialarbeitern bis Sozialwissenschaftlern) scheinen ihre Kollegen zu sein, die ausserdem sehr grosse Freude an ihrer Arbeit haben.» (Giulia Cavalli)

Für jeden Studiengang gibt es einen offiziellen Lehrplan, der von der Regierung festgelegt worden ist und eingehalten werden muss. Dieser Lehrplan wird durch die SEKEM Visionen entsprechend ergänzt.
«Musik wird in SEKEM sehr geschätzt und gepflegt. Es gibt Chorprojekte mit Schülern ebenso wie mit Mitarbeitern, ein Schulorchester, musikalische Beiträge fast vor jeder Versammlung oder Konferenz... und es gibt Mr. Magdy! Herr Magdy ist Musiker von Beruf: Er spielt "Oud", ein traditionelles arabisches Musikinstrument.  Jeder Arbeitsbereich auf der Farm scheint mit Mr. Magdys Musik beschenkt zu werden. Sogar Mitarbeiter der "Security", die 24 Stunden pro Tag den Eingang der Farm bewachen, berichteten mir stolz, dass sie zwei Mal in der Woche ein kleines Abendkonzert hören dürfen! (Giulia Cavalli)

Die Schüler der SEKEMER Schule können verschiedene Wege einschlagen. Wer die Schule nicht mit dem Abitur abschliessen möchte, hat die Möglichkeit mit 15 Jahren die Berufsschule zu besuchen. Dort werden die Jugendlichen für die Arbeit in den Bereichen Landwirtschaft, Tischlerei, Metallbearbeitung, Wasserbau, Verkauf oder Schneiderei ausgebildet. Das Gelernte können sie bei den ansässigen Firmen in die Praxis umsetzen.

 

Noha, eine Studentin die SEKEM im Rahmen eines Projektes besucht erklärt, dass gerade eine sehr schwierige Zeit mit vielen Herausforderungen für ihr Land herrsche. Aber genau diese Herausforderungen führen dazu, dass die Menschen anfangen nachzudenken und nach Lösungen zu suchen. Noha ist optimistisch, dass sie das Beste daraus machen werden.

 

Weitere Links zu Sekem:

 

http://www.sekem.com/

http://www.youtube.com/sekeminitiative

http://www.soilandmore.com/index.php/ger

http://www.schrotundkorn.de/2001/sk0101l1.htm/2001

http://www.wasser.betterplace.org/we_fallbeispiel_sekem.html